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An Heroic Ministry
Introducing Pastor Steven from Rwanda:

Pastor Steven

Pastor Steven Turikunkiko has set up a community in Rwanda for victims of the genocide. 160 widows & teenagers & 80 younger children live with him; farming, sharing their lives and caring for those dying from AIDS. The community subsists on less than $1 per person per day.

At enormous personal sacrifice, Pastor Steven and his wife have also adopted 20 orphans - who live with them and their 2 other children.

For more information on Steven and this incredible community of hope, click here

 

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Es ist gut zu reden

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Wenn es darum geht Gruppenstunden zu planen, vernachlässigen es Jugendarbeiter oft bewusst Raum für Gespräche zu schaffen. Arthur Brown ist jedoch der Ansicht, dass gerade das persönliche Gespräch ein Schlüssel für wirksame und andauernde Beziehungen in der Jugendarbeit ist.   

Jugendarbeiter finden es oft schwer ihre Rolle zu ‘messen’. Wahrscheinlich versuchen sie ihre Stellung in Zahlen auszudrücken: wieviele Jugendgruppen betreuen sie, wieviele Jugendliche nehmen an ihren Angeboten teil, wie weit reicht ihr Netzwerk zu anderen Organisationen? Es entsteht der Eindruck, dass viele Jugendarbeiter die Wichtigkeit von Gesprächen nicht stark genug hervorheben, und den direkten Austausch mit Jugendlichen noch zu selten als pädagogische Methode anerkennen.

Informelle Bildung

Informelle Bildung gilt als eines der Hauptelemente von Jugendarbeit (neben freiwilliger Teilnahme, Chancengleichheit und Empowerment). Allerdings findet derzeit die kirchliche Jugendarbeit oft eher auf formeller, als auf informeller Ebene statt. Meist gibt es einen ‘Experten’ (den Jugendarbeiter), der einer Gruppe Jugendlicher sein Wissen vermittelt. In gewissen Situationen kann diese Unterrichtssituation durchaus effektiv sein, jedoch kann man dabei nicht von informeller Bildung sprechen.

Kommen wir noch einmal auf die anfangs gestellte Frage ‘Was machen wir als Jugendarbeiter eigentlich?’ zurück. Wann haben Sie zuletzt die Antwort ‘Wir unterhalten uns’ gehört? Oft heißt es, in kirchlicher Jugendarbeit gehe es darum Beziehungen zu Jugendlichen zu schaffen. Aber wie geschieht das? Durch Gespräche!

Jesus führte Gespräche und ging ganz darin auf. Er stellte Fragen und fand heraus, was die Menschen bewegte. Er wollte alles über sie erfahren, weil es ihn ernsthaft interessierte.

Wir sind oft so damit beschäftigt etwas für Jugendliche zu tun, dass wir unsere Beziehungen mit ihnen vergessen und die Entwicklungen dieser Beziehungen aus dem Blick verlieren.


Diaolog


Die Art wie Sie als Jugendarbeiter mit Jugendlichen reden und sie behandeln bestimmt, wie sich Beziehungen entwickeln. Wenn Sie Jugendliche als Kinder wahrnehmen, bieten Sie wahrscheinlich ein entsprechendes Programm an. Sehen Sie die Jugendlichen als Erwachsene an, wird die Qualität der stattfindenden Gespräche eine andere sein.  Denken Sie einmal an die Zeit Ihrer eigenen Jugend zurück. Ich jedenfalls wollte wie ein Erwachsener behandelt werden, wollte dass mir Respekt entgegengebracht wird, dass man mir zuhört und meine Meinung (wenn diese auch nicht immer ganz ausgereift war) schätzt.

Unerwartete Momente

Die beste Jugendarbeit geschieht oft in jenen ungeplanten und unerwarteten Momenten, in denen die Jugendlichen einfach eine Frage stellen und sich ein Gespräch daraus entwickelt. Solche Situationen können außerhalb der geplanten Gruppenstunde stattfinden, sollten aber als Teil der Jugendarbeit gesehen werden. Seien Sie offen für solche Momente und bereit sich auf Gespräche einzulassen, aber versuchen Sie nicht sie zu erzwingen.

Vorbereitete Konzepte sind wichtig – aber nur wenn sie genügend Raum für Dialoge lassen. Dies kann von ganz besonderer Bedeutung sein, wenn Sie sich – innerhalb oder ausserhalb einer geplanten Gruppenstunde – mit einem Jugendlichen unterhalten. Sie zeigen ernsthaftes Interesse und ebnen den Weg für zukünftige, tiefergehende Gespräche.

Zur Kunst und Wissenschaft einer Unterhaltung

Eine Unterhaltung ist ein dynamischer Austausch von Ideen und Ansichten zwischen Menschen. Sie ist sowohl Kunst als auch Wissenschaft. Für Jugenarbeiter ist es wichtig, beide  Elemente einer Unterhaltung zu erfassen und umzusetzen.

Ich erinnere mich nur noch wenig an den Inhalt der Gruppenstunden, die ich als Jugendlicher besuchte. Es war auch nicht der Inhalt der Treffen der mich interessierte; was ich suchte war das Gefühl von Akzeptanz und Wertschätzung das mir die Gruppenleiter entgegenbrachten. Woran ich mich erinnnere ist die Tatsache, dass sie bereit waren sich mit mir über mein Leben zu unterhalten. Die Art und Weise wie sie mit mir sprachen vermittelte mir, dass sie mich respektierten – nicht wie ein Kind das unterrichtet wird, sondern zuhörten und nachfragten, weil sie interessiert waren, an dem was ich zu sagen hatte.

Es gibt eine Reihe von Werten, die mit einer Unterhaltung verbunden sind und für christliche Jugendarbeit eine bedeutende Rolle spielen:

1. Vertrauen
Ein Jugendlicher braucht Vertrauen um sich Ihnen gegenüber in einem Gespräch zu öffnen. Er muss Ihnen trauen können, dass Sie ihn ernst nehmen, seine Meinung schätzen (auch wenn Sie damit nicht übereinstimmen), und ihn nicht auslachen ‘anders’ zu sein. Das ist nicht immer einfach, aber wenn ein konstantes Mistrauen im Raum steht, kann sich kein effektives Gespräch entwickeln.

2. Die Bereitschaft verändert zu werden
Wenn zwei Menschen versuchen sich gegenseitig von der eigenen Meinung zu überzeugen, um die Einstellung des Anderen zu ändern, findet keine Unterhaltung statt, sondern zwei Monologe – zwei Menschen reden aufeinander ein, ohne zuzuhören und auf die Perspektive des Anderen einzugehen. Wenn dieser Fall eintritt hört jegliche Jugendarbeit auf! Die Bereitschaft seine eigene Meinung zu revidieren bedeuted nicht, unentschlossen zu sein. Sie haben das Recht nicht mit den Ansichten eines Jugendlichen übereinzustimmen – aber erst nachdem Sie seine Sichtweise und Argumente gehört und reflektiert haben.

3. Gehe mit dem Strom
Erlauben sie Jugendlichen Gespräche zu lenken. Als Jugendarbeiter sind Sie Gast in ihrer Lebenswelt. Es ist wichtig zuzulassen, dass Jugendliche über Angelegenheiten reden, die ihnen wichtig sind und dabei ihr eigenes Tempo bestimmen.

4. Interpretation
Gespräche bedürfen immer ein ganzes Stück an Interpretation und dem ‘Füllen von Lücken’. Wenn wir Zeit mit anderen verbringen, lernen wir Vermutungen anzustellen und eigenen Worte hinzuzufügen, um das Gesagte zu erfassen und verstehen. Seien Sie bereit nachzufragen und sich die Aussagen des Jugendlichen erklären zu lassen wenn Sie das Gefühl haben, etwas nicht zu verstehen.

5. Sei Du selbst
Es ist verlockend, sich eine Maske aufzusetzen, um der Jugendarbeiter zu sein, den andere vermeintlich von Ihnen erwarten. Aber findet die beste Jugendarbeit nicht oft in den stillen, ruhigen Momenten eines Gesprächs statt? Sich selbst treu zu bleiben, macht es leichter ein Jugendarbeiter zu sein, dessen Botschaft für Jahre in Gedächtnis bleibt.


Arthur Brown arbeitet als Youth Work Consultant für BMS World Mission. Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Beirut, Libanon.